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Ludvik
Ao. Univ.-Prof
Dr. Bernhard Ludvik,

Experten im myLINE-Gespräch!

Zu Gast bei Universitätsprofessor Dr. Bernhard Ludvik!

 

Das myLINE Team folgte der Einladung zu einem persönlichen Gespräch mit Herrn Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik ins Wiener AKH.  Herr Prof. Ludvik ist Leiter der Stoffwechsel- und Diabetesambulanz der Klinischen Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Univ. Klinik für Innere Medizin III am AKH Wien.

 

„Könnten Sie das Krankheitsbild Adipositas für unsere Leser genauer erklären?“

Prof. Dr. Ludvik: “Adipositas ist bereits 1997 als chronische Erkrankung von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) definiert worden. Es handelt sich dabei um krankhaftes Übergewicht und insbesondere um ein Zuviel an Körperfett. Es ist dabei nicht nur wichtig, ob man zuviel Gewicht hat, sondern vor allem wo das Fett gelagert ist. Ist es im Bauchraum gelagert, dann ist es viel gefährlicher.“

 

„Warum werden die Österreicher immer dicker? Worin liegen die Ursachen dieses Phänomens?“

Prof. Dr. Ludvik: “Es gibt zwei Ursachen: Das eine ist die Genetik, die kann man natürlich nicht wegdiskutieren, aber auch nicht beeinflussen. Das andere ist der Lebensstil, der sich in unserer Zeit immer stärker verändert: Allen voran zuwenig Bewegung – ich halte das für eine der Hauptursachen. Aber auch die Änderung der Essgewohnheiten, dass wir ständig Nahrung zur Verfügung haben und dass  die Nahrung sehr energiereich ist.

Die klassischen Essgewohnheiten wie sie früher waren – das gemeinsame Essen, das Kochen –das verschwindet zunehmend. Es wird auswärts und viel zwischendurch gegessen. Zusätzlich wird kaum selbst gekocht. Es werden viele Fertigprodukte, die oft nur ein kurzes Sättigungsgefühl vermitteln, konsumiert. Dadurch werden einfach mehr Kalorien zu sich genommen, als wir verbrauchen können.“

 

 

„Viele wissen gar nicht, dass Fruchtsäfte oder das Softdrinks unheimlich kalorienreich sind. Da genügt es oft schon wenn man sagt, sie trinken 2 Liter Cola am Tag. Lassen Sie das weg! Das ist dann schon ein gewaltiges Kaloriendefizit.“

 

 

„Wie könnte man Adipositas verhindern?“

Prof. Dr. Ludvik: “Die Prävention muss früh beginnen - idealerweise in den Familien. Wir müssen natürlich auch in Kindergärten und Schulen ansetzen. Die Ganztagsschule wäre eigentlich ein Gebot der Stunde, weil man dort den Kindern eine gesunde Ernährung und  Spaß an der Bewegung vermitteln kann.

Man müsste den Zugang zum Essen und der Bewegung wie zum Beispiel Musik vermittelten. Es muss cool sein wieder zu kochen – es muss cool sein wieder einkaufen zu gehen… „

 

 

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„Warum schlagen so viele Abnehmversuche fehl?“

Prof. Dr. Ludvik: „Glauben Sie keiner Diät die sagt, dass sich Ihr Körper so umgestellt, dass Sie nachher wie vor der Diät leben können. Das Problem ist, dass der Körper, sobald man abnimmt den Energiebedarf reduziert.

Man muss wissen, dass man seine Lebensgewohnheiten gerade nach einer Gewichtsabnahme lebenslang ändern muss und Therapien nur so lange wirken, wie man sie macht. Nach einer Intervention scheitern die Teilnehmer sehr oft in den eigenen vier Wänden. Kurzfristige Diäten ohne Umstellung des Lebensstils sind daher verschwendetes Geld. Eine lebenslange Umsetzung ist notwendig!“

 

 

„Ich muss auf jeden Patienten individuell eingehen. Alles andere funktioniert nicht.“

 

 

„Was macht ein erfolgreiches Adipositas-Therapiekonzept aus?“

Prof. Dr. Ludvik: „Das Wichtigste ist die persönliche, individuelle Beratung. Als Erstes muss man mit dem Patienten Abklären: Soll er abnehmen oder soll er nicht abnehmen. Das Zweite sind die Vorstellungen des Patienten. Es ist wichtig die Ursache des Übergewichts abzuklären. Gibt es eine medizinische Ursache oder liegt es an den Gewohnheiten des Patienten. Besonders die Berücksichtigung der individuellen Essensgewohnheiten haben einen großen Einfluss für die Therapie: Wie und wann isst der Patient. Isst er besonders viel, wenn er im Stress ist. Isst er alleine, isst er zwischendurch oder gibt es Angewohnheiten, die ihm gar nicht bewusst sind.

Aber natürlich ist auch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und mehr Bewegung notwendig – im Idealfall in Kombination!

Das Allerwichtigste für eine erfolgreiche Adipositas-Therapie ist die regelmäßige Kontrolle! Es gibt viele Studien die zeigen, dass Teilnehmer, die nicht zur Kontrolle kommen, meistens wieder zunehmen. Ich denke, dass es für den Erfolg entscheidend ist, die Betreuung über die Gewichtsreduktion hinaus fortsetzen. myLINE setzt hier mit dem Nachbetreuungskonzept myLINE DANACH einen  sehr wichtigen Schritt.

 

„Wie sind Sie zu myLINE gekommen? Sie sind mittlerweile seit zwei Jahren ein myLINE Partnerarzt.“

Prof. Dr. Ludvik: „Mahlzeitersatztherapien haben mich schon immer interessiert. myLINE ist ein sehr differenziertes Konzept und hat ein gutes „Rundumprogramm“ – das ist das Attraktive. Konzepte der Mahlzeitersatztherapie gibt es ja schon länger, nur sind sie nicht alle so strukturiert oder speziell für verschiedene Patientengruppen angelegt.“

 

 

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„Welche Veränderungen kann man bei erfolgreichen myLINE-Teilnehmern beobachten?“

Prof. Dr. Ludvik: „In der Regel verbessert sich ihr Wohlbefinden und meist ihr Selbstbewusstsein. Wir haben natürlich auch messbare Veränderungen im Blutzucker, Blutdruck und Blutfetten festgestellt. Deswegen muss ein erfolgreiches Therapiekonzept ärztlich begleitet werden. Mitunter können Medikamente nach einer Gewichtsreduktion zu stark wirken. Um beispielsweise bei einem Diabetiker eine Unterzuckerung zu vermeiden, muss ich anders dosieren. Das Gleiche gilt für Blutdruckmedikamente. Im Endeffekt ist die ärztliche Begleitung bei der Therapie von Adipositas eigentlich „state of the art“ oder sollte es sein.“

 

„myLINE feiert ja in diesem Jahr sein 10jähriges Bestehen. Gibt es etwas was sie dem Team mitgeben wollen?“

Prof. Dr. Ludvik: “Ich gratuliere zu diesem Konzept – es ist in relativ geringer Zeit gelungen ein sehr dichtes Netz an kompetenten Betreuungseinrichtungen aufzubauen. Die Zusammenarbeit zwischen Ärzte und Diätologen ist ideal – das sind nicht nur jene Berufsgruppen, die das dürfen, sondern auch speziell dafür ausgebildet wurden. Das solide Konzept und die gute Betreuung ist meiner Meinung nach der Grund für den großen Erfolg von myLINE. Ich wünsche myLINE auch für die nächsten zehn Jahre alles Gute.“

 

 

„Das Allerwichtigste bei der Gewichtsreduktion sind die regelmäßigen Kontrollen.“