myLINE – Therapeutische Ansätze

 

In den letzten 60 Jahren wurden übergewichtige Patienten, die bekanntlich unter einem enormen Leidensdruck stehen, von der klassischen Schulmedizin hauptsächlich mit einer hypokalorischen Diät behandelt. Die Überlegung dahinter ist eine der einfachsten und logischsten der Welt: Übergewicht ist ein Problem der Energiebilanz und daher eine Frage von In- und Output. Je weniger man isst, desto schneller und effektiver der Gewichtsverlust, daher kam es zum Einsatz von Null- und Crashdiäten.

 

Was dann in der Regel mit den Patienten passiert, wissen wir viel zu gut aus der Praxis: Zuerst eine erfolgreiche Gewichtsreduktion, dann erreicht der Patient eine Plateauphase, wo auch im Falle einer guten Diätcompliance kein weiterer Erfolg zu beobachten ist. Nebenbei sei bemerkt, dass eine hypokalorische Diät von vornherein wenig Chancen hat, da diese Ernährungsform als persönliche Einschränkung empfunden und damit nicht lange durchgehalten wird. Nach dieser Plateauphase erfolgt bei den meisten Patienten eine explosionsartige Gewichtszunahme, so dass diese nach jedem Diätversuch mindestens ein Kilo zunehmen.

 

Die letzten Fortschritte genauer stoffwechselorientierter Studien konnten zum Teil die Hintergründe dieses Phänomens eluzidieren.

 

 

Folgen einer hypokalorischen Diät

 

Bei einer Reduktion der Kalorienzufuhr unter 800 kcal/d  und der häufig beobachteten Inbalance der Nährstoffzufuhr können folgende Mechanismen in unserem Körper in Kraft treten:

 

  • 1. Reduktion des Grundumsatzes
  • 2. Verlust der Muskelmasse
  • 3. Änderung der Fettoxidation

 

Das erklärt die Tatsache, dass trotz der Einhaltung der Kalorienrestriktion der Körper nach einiger Zeit aufhört an Gewicht zu verlieren, da einerseits ständig der Grundbedarf zurückgeht, aber andererseits auch, und das scheint der viel wichtigere Mechanismus zu sein, der Körper weniger eigenes Fett verbrennt. Verlust von Grundumsatz und Muskelmasse sind ja alt bekannte Tatsachen, aber die zusätzliche Entdeckung einer dänischen Forschergruppe unter Prof. Arne Astrup, die zeigen konnte, dass die übergewichtigen Patienten nach einer erfolgreichen Gewichtsreduktion nur noch einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Fettoxidation besitzen, brachte eine entscheidende Erklärung zum Verständnis dieses entsetzlichen Teufelskreises.

 

Der Patient als Ergebnis seiner Diätgeschichte

Das heißt, laut neuesten Erkenntnissen, die mit epidemiologischen Daten und praktischen Erfahrungen haargenau übereinstimmen, wir schaffen durch falsche, niederkalorische Diätformen noch größere Probleme im Kampf gegen das "Über(fett)gewicht": nach jedem Diätversuch kommen so einige Kilogramm an reinem Fett dazu, und dafür werden einige hundert Kalorien an Grundumsatz verloren.

 

Etwas, das auf den ersten Blick wie eine typische Frühjahrsschlagzeile der einschlägigen Modemagazine klingt...

... wie können wir Gewicht verlieren, und dieses auch langfristig halten?

 

 

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